SEGGAU (A) – “Seggauer Liesl”
Schlagton: as° Giesser: Florentin Streckfuß/Graz Jahr: 1688 Gewicht: 5.390 kg Durchmesser: 2.000 mm Die Glocke hing ursprünglich im Schlossturm, der allerdings baufällig wurde und die schwere Glocke nicht mehr tragen konnte. Der Turm wurde 1816 abgetragen. Vorübergehend sollte sie in der Bastei untergebracht werden (1865). Bekanntlich halten Provisorien sehr lange und so hängt sie bis heute dort in einem Glockenstuhl von 1904. Der Klöppel stammt noch von der Vorgängerglocke und ist mit 1504 datiert. Die “Liesl” ist zwar nur die zweitgrösste Glocke der Steiermark, dafür aber die grösste historische dieses Landes! Die Glocke wird jeden Sonn- und Feiertagtag um 12:00 Uhr von vier Mann geläutet (100 Schläge). Hier hat sich noch der Brauch des Klöppelfangens erhalten, der vielerorts abhanden gekommen ist. Hier funktioniert es folgendermaßen: Es wird zwischen Glockenwand und Klöppel eine Holzleiste geklemmt, die beim Erreichen des Läutewinkels herausfällt (im Video gut zu hören!) und so wird der Klöppel frei gegeben. Bei Führungen wird den Besuchern “verklickert”, dass die Vorgängerglocke aus Eisen (!) gewesen und dann umgegossen worden sei, dass sie so wohlklingend sei, da Silber der Glockenspeise beigemengt worden sei, dass es zwei (!) Glockengiessereien (Grassmayr und St. Florian) in Österreich gibt und dass man dort die Glocke dort reparieren würde (also nicht Lachenmeyer in Nördlingen)…
Video Bewertung: 4 / 5
